Cuts vom Fisch - verschiedene Stücke und ihre Verwendung
Vom Kopf bis zur Flosse: Die wichtigsten Fisch-Cuts im Überblick
Bei Rind oder Schwein denkst Du sofort an Filet, Hüfte oder Schulter – jedes Stück hat seinen eigenen Charakter und seine eigene ideale Zubereitung. Bei Fisch ist das nicht anders, nur kennen die wenigsten die ganze Bandbreite der Fisch-Schnitte. Dabei steckt in einem einzigen Fisch eine erstaunliche Vielfalt: zarte und feste Stücke, magere und fettreiche, schnell gegarte und solche, die Zeit und Geduld brauchen.
Wenn Du verstehen willst, in welche Cuts ein Fisch zerlegt wird und welche Vorteile die verschiedenen Stücke in der Zubereitung mit sich bringen, bist Du hier genau richtig. Wir nehmen Dich mit in die Welt der Fischcuts, von der ganzen Seite über Klassiker wie Filet und Loin bis hin zu Cuts, die in der deutschen Küche noch viel zu selten landen.
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Die ganze Seite - der Ausgangspunkt für (fast) jeden Cut
Bevor es einzelne Cuts gibt, gibt es die ganze Seite. Damit ist die Hälfte des Fisches gemeint, die vom Bereich hinter Kopf und Kiemen bis zur Schwanzflosse reicht und vom Rückgrat bis zum Bauch verläuft. Praktisch jeder weitere Cut – Filet, Loin, Steak – wird aus dieser Seite herausgearbeitet.
Wie weit ein Fisch dabei bearbeitet wird, beschreibt man in der Branche mit sogenannten Trimstufen, die meist mit Buchstaben von A bis E durchnummeriert sind. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf und bedeutet ein bisschen mehr Handarbeit:Bei Trim A werden lediglich die größerem Rücken- und Bauchgräten entfernt. Trim B nimmt zusätzlich Rückenflossen, das Kragenstück sowie Bauchfett und Flossen heraus. Bei Trim C, der gängigsten Stufe im Handel, kommen noch die feinen Stehgräten dazu. Trim D entfernt das Bauchfett vollständig und schneidet auch das Schwanzstück weg, und ab Trim E ist das Filet zusätzlich ganz von der Haut befreit. Je höher die Stufe, desto aufwendiger die Verarbeitung – und desto unkomplizierter landet das Stück später in Deiner Pfanne.
Die gängigsten Fisch-Cuts
Aus der Seite entstehen die Cuts, die Dir im Handel und auf der Fischtheke am häufigsten begegnen. Sie zeichnen sich vor allem durch ihre Gleichmäßigkeit aus, sind unkompliziert in der Zubereitung und decken die meisten Gerichte ab, die Dir spontan einfallen. Damit Du das richtige Stück für Deine kulinarischen Pläne findest, lohnt es sich, sie etwas genauer zu beleuchten.
Filet, Portion und Center Cut
Das Filet ist der Cut, den die meisten zuerst vor Augen haben: das fleischige Stück, das längs parallel zum Rückgrat aus der Seite herausgelöst wird, weitgehend ohne Gräten. Bei Rundfischen wie Lachs oder Kabeljau ergibt jede Seite ein eigenes, recht gleichmäßiges Filet, bei Plattfischen wie Scholle ist es naturgemäß oft nur ein Filet. Ob mit oder ohne Haut bleibt Geschmackssache, wobei viele Köch:innen die Haut bevorzugen, weil sie beim Braten zusätzlichen Schutz und Röstaromen bringt.Aus einem Filet werden meist mehrere Portionen geschnitten – also die handlichen, gleichmäßigen Stücke, die Du am Ende auf dem Teller hast. Genau diese Gleichmäßigkeit macht Portionen so vielseitig. Die Königsdisziplin innerhalb der Filets ist der Center Cut, das Stück aus der Mitte des Filets. Er ist besonders einheitlich in Form und Dicke und gart deshalb am gleichmäßigsten – ein Cut, bei dem wenig schiefgehen kann.
Loin
Das Loin ist beim Fisch das, was beim Rind oder Schwein als Tenderloin oder Sirloin bekannt ist, demnach das dichte, kompakte Muskelstück entlang des Rückgrats. Bei größeren Fischen wie Kabeljau oder Grouper gibt es sogar zwei Loins, eins an der Oberseite und ein unteres, etwas fettreicheres Bauch-Loin. Durch seine gleichmäßige Dicke und feste Struktur ist das Loin wie gemacht für hohe Hitze: Auf dem Grill oder scharf angebraten entfaltet es sein volles Aroma, ohne dabei auseinanderzufallen.
Steak
Im Gegensatz zu den Cuts entlang des Rückgrats wird das Steak quer dazu geschnitten – senkrecht zur Wirbelsäule. Bei vielen Fischarten, etwa Lachs oder Schwertfisch, bleibt dabei ein Stück Rückgrat in der Mitte erhalten, umgeben von Fleisch und einem Hautrand, ähnlich wie beim klassischen Fleischsteak. Bei festfleischigen Fischen wie Thunfisch oder Schwertfisch begegnet Dir der Begriff Steak aber auch in einer zweiten Variante: Hier ist es oft einfach ein Querschnitt aus dem Loin, ganz ohne Gräten. In beiden Fällen gilt: Die kompakte Dicke macht das Steak ideal für kurzes, scharfes Anbraten bei hoher Hitze.
Butterfly
Beim Butterfly-Cut, auch Schmetterlingsschnitt genannt, wird der Fisch der Länge nach aufgeklappt und Kopf und Hauptgräte entfernt. Beide Seiten bleiben aber an Rücken oder Bauch verbunden – das Ergebnis sieht aus wie ein aufgeschlagenes Buch. Dieser Cut macht auf dem Teller optisch richtig etwas her und wird besonders gern bei kleineren Fischen wie Sardine und Sardelle verwendet, die so insgesamt schneller und gleichmäßiger durchgaren. Weil beide Hälften offenliegen, lässt sich der Butterfly-Cut auch wunderbar füllen und anschließend aufrollen.
Nose to fin: Wenn der ganze Fisch zählt
Bei Fleisch hat sich der Nose-to-Tail-Gedanke längst etabliert – die Idee, möglichst jeden Teil des Tieres wertzuschätzen, statt nur die bekanntesten Stücke zu verwenden. Bei unserem GOOD GROUPER Zackenbarsch setzen wir auf denselben Ansatz - from nose to fin. Dabei entstehen oft eher unbekannte Cuts: Halsstück, Bauch, Kopf und Karkassen landen in vielen Küchen noch viel zu oft im Abfall, obwohl gerade sie für besonders viel Geschmack, interessante Texturen und weniger Verschwendung stehen. Wer sich an diese Cuts heranwagt, entdeckt nicht nur neue Aromen, sondern geht auch bewusster mit dem ganzen Fisch um. Zeit, diesen unterschätzten Stücken die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.
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Halsstück (Collar)
Das Halsstück, oft auch Collar genannt, sitzt direkt hinter Kopf und Kiemen. Es gehört zu den fettreichen und besonders zarten Stücken des ganzen Fisches und bringt dadurch reichlich Omega-3-Fettsäuren mit. Geschmacklich erinnert es mit seiner herzhaften, umami-artigen Note nicht zufällig an eine Schweineschulter. Durch den erhöhten Anteil an Bindegewebe eignet sich das Halsstück hervorragend zum langsamen Schmoren, hält aber dank seines Fettanteils auch Grill, Pfanne, Wok oder Sous-vide-Garung mit anschließendem kurzen scharfen Anbraten stand. Gerade bei Fischen wie unserem GOOD GROUPER ist das Halsstück ein wirklich unterschätzter Cut.
Bauch (Belly)
Der Bauch sitzt an der Unterseite des Fisches und ist meist das saftigste, fettreichste Stück überhaupt. Genau dieser Fettanteil sorgt für ein intensives, volles Aroma und macht den Bauch besonders widerstandsfähig gegenüber Hitze – ein Cut, der kaum austrocknet. Damit ist er prädestiniert fürs Räuchern und entfaltet dort sein Aroma besonders eindrucksvoll. Der Belly, beispielsweise vom GOOD GROUPER, eignet sich aber genauso gut zum Braten oder Grillen.
Kopf
Der Fischkopf wird in Deutschland noch häufig übersehen, in vielen anderen Küchen dagegen hoch geschätzt: In Japan ist er die Basis kräftiger Brühen und Suppen, in der Karibik landet er gerne in einer Suppe mit Kokosmilch. Kein Wunder, denn im Kopf steckt ungewöhnlich viel Geschmack und Kollagen – ideal, um daraus einen aromatischen Fond oder eine herzhafte Suppe zu kochen.
Ein besonderer Teil des Kopfes sind die Bäckchen: Das kleine, runde Muskelfleisch an der Seite gilt als eine der zartesten Stellen des ganzen Fisches. Bei größeren Arten wie Kabeljau oder Heilbutt lassen sich die Bäckchen gut heraustrennen und kurz scharf anbraten – ein echter Geheimtipp und ein kulinarisches Highlight.
Karkassen
Was nach dem Filetieren von Rückgrat, Rippen und Resten übrig bleibt, sind die Karkassen – und die gehören keinesfalls in den Müll. Ähnlich wie der Kopf liefern sie die Basis für einen kräftigen Fischfond, der als Grundlage für Suppen, Saucen oder Risotto Wunder wirkt. Sie sind damit das beste Beispiel für den nose to fin-Gedanken und dafür, dass auch die letzten Teile des Fisches noch jede Menge zu bieten haben.
AUTOR
Katharina von HONEST CATCHKatharina arbeitet als Digital Commerce Managerin ein bisschen überall und findet dabei immer neue kulinarische Inspiration für ihre eigene Küche. Ganz nach dem Motto: Einfach und lecker geht immer.
Zuletzt aktualisiert: 25.06.2026