Lachs, Dorade, Hamachi – mehr als die Hälfte aller Fische und Meeresfrüchte weltweit kommt heute aus Aquakulturen. Das ist keine Überraschung: Die weltweite Überfischung ist aktuell eine der gravierendsten Bedrohungen für die Gesundheit der Meere und das Überleben ihrer Bewohner. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten weiter. Aquakultur ist demnach Teil der Lösung – aber nur, wenn sie verantwortungsvoll betrieben wird.
Genau hier kommt das ASC-Siegel ins Spiel. Doch was steckt wirklich dahinter? Kannst Du ASC-zertifizierten Zuchtfisch wirklich mit gutem Gewissen genießen? Und was kritisieren Umweltorganisationen? Wir erklären es Dir – ehrlich und transparent.

Was ist das ASC-Siegel - und wer steckt dahinter?

ASC steht für „Aquaculture Stewardship Council“ – und ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die 2010 vom WWF und der Initiative IDH gegründet wurde. Es kennzeichnet Fische und Meeresfrüchte aus Aquakulturen, die unabhängig auf Umwelt-, Sozial- und Tierschutzstandards geprüft wurden.
Der ASC hat seinen Hauptsitz in Utrecht (Niederlande), arbeitet mit unabhängigen Prüforganisationen weltweit zusammen und setzt somit auf ein Drittparteien-Zertifizierungssystem. Das Ziel: dafür zu sorgen, dass Aquakultur ihr Potenzial als verantwortungsvolle und nachhaltige Lebensmittelquelle entfalten kann und negative Auswirkungen der globalen Aquakulturindustrie zu reduzieren – oder im besten Fall ganz zu eliminieren. Denn Aquakultur kann, wenn schlecht und unverantwortlich betrieben, massive Probleme wie Gewässerverschmutzung, Zerstörung von Mangrovenwäldern oder Antibiotikamissbrauch verursachen.

Heute tragen weltweit über 24.000 Konsumentenprodukte das ASC-Logo und mehr als 2.020 Betriebe sind zertifiziert.

Wichtig: Das ASC-Siegel ist das Gegenstück zum MSC-Siegel für Wildfisch. Beide Siegel ergänzen sich und decken unterschiedliche Bereiche der Fischproduktion ab. Wir bei HONEST CATCH führen bewusst sowohl MSC- als auch ASC-zertifizierte Produkte.

Wie läuft die ASC-Zertifizierung ab?

Die ASC-Zertifizierung läuft nicht nach dem Prinzip „einmal angemeldet, für immer zertifiziert“. Stattdessen prüfen unabhängige, akkreditierte Zertifizierungsunternehmen, auch „Konformitätsbewertungsstellen“, ob ein Zuchtbetrieb oder ein Unternehmen der Lieferkette die jeweiligen Standards erfüllt. Ein Team aus sozialen und technischen Auditoren prüft vor Ort die Betriebe unter der Leitung eines erfahrenen Gutachters im Zuge eines in etwa vier bis sechs Monate andauernden Zertifizierungsprozesses.
Um sicherzustellen, dass auch die Öffentlichkeit genügend mit einbezogen wird, werden interessierte Außenstehende sowie betroffene Gemeinden aktiv aufgefordert, ihre Kommentare und Meinungen zur Farm zu teilen. Sämtliche Kommentare müssen vom Gutachter beantwortet und im Entscheidungsprozess berücksichtigt werden.

Nach erfolgreicher Zertifizierung gilt ein Betrieb für drei Jahre als ASC-zertifiziert. Während dieser Zeit stellen jährliche Kontrollen sicher, dass die Standards dauerhaft eingehalten werden. Werden Auflagen nicht erfüllt, kann das Zertifikat entzogen werden. Die vollständige Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette ist dabei Pflicht – vom Zuchtbecken bis zur Verpackung im Supermarktregal.

Kritik am ASC-Siegel: Was Du wissen solltest

Das ASC-Siegel entstand aus Verhandlungen zwischen Umweltorganisationen, Industrie und Handel – und kann demnach als Kompromisslösung verschiedener Interessensgruppen betrachtet werden. Die Hauptkritikpunkte: der erlaubte Einsatz von gentechnisch verändertem Soja und die nicht vollständig verbotene Nutzung von Fischmehl und -öl als Futtermittel.
Ein wichtiger Kontext dazu: Raubfische wie Lachs können laut WWF biologisch bedingt nicht vollständig auf eine vegetarische Ernährung umgestellt werden. Das ist keine politische Entscheidung – sondern eine wissenschaftliche Grenze. ASC-zertifizierte Betriebe müssen jedoch nachweisen, dass ihr Fischmehl aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen stammt und vollständig rückverfolgbar ist.

Unsere ehrliche Einschätzung: Das ASC-Siegel ist kein Freifahrtschein. Aber wer komplett auf Siegel verzichtet, kauft in der Regel schlechter ein.

Fazit: Das ASC-Siegel als solide Basis

Das ASC-Siegel ist der bekannteste und am häufigsten verwendete Standard für Fische und Meeresfrüchte aus Aquakulturen. Es prüft Umweltauswirkungen, soziale Verantwortung, Farm Management und Tierwohl – unabhängig und regelmäßig.
Gleichzeitig ist es kein Premium-Label. Die Kritik an Fischmehl und gentechnisch verändertem Soja ist berechtigt. Aber: Ein guter Kompromissstandard ist besser als gar keiner.

Unser Rat: Nutze das ASC-Siegel, ebenso wie das MSC-Siegel, als erste Orientierung. Schau aber auch auf den Anbieter: Wer transparent über Herkunft und Produktionsweise informiert, wer offen Schwächen benennt und wer in Innovation investiert – der verdient Dein Vertrauen.

Häufige Fragen zum ASC-Siegel

Was bedeutet ASC-zertifiziert?

ASC-zertifiziert bedeutet, dass der Zuchtbetrieb, aus dem Dein Fisch stammt, von einer unabhängigen Stelle auf Umweltverträglichkeit, soziale Standards, Farm Management und Tierwohl geprüft wurde und die Standards erfüllen konnte. Das Zertifikat muss regelmäßig erneuert werden. Es gilt ausschließlich für Produkte aus Zuchten – nicht für Wildfang.

Ist ASC-zertifizierter Fisch wirklich nachhaltig?

ASC-zertifizierter Fisch ist häufig nachhaltiger produziert als Zuchtfisch ohne Prüfung. Die Standards basieren laut ASC auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es gibt aber berechtigte Kritik, zum Beispiel beim erlaubten Einsatz von gentechnisch verändertem Soja. Das Siegel ist ein guter Indikator, aber kein Freifahrtschein.

Was ist der Unterschied zwischen ASC und MSC?

Das ASC-Siegel gilt für Fische und Meeresfrüchte aus Aquakulturen (Zuchten). Das MSC-Siegel gilt für wild gefangenen Fisch. Beide Siegel wurden auf Initiative des WWF entwickelt, arbeiten nach ähnlichen Prinzipien und ergänzen sich. Wir bei HONEST CATCH führen bewusst Produkte mit beiden Siegeln.

Wie erkenne ich das ASC-Siegel beim Einkauf?

Das ASC-Siegel ist ein türkis-grünes Logo mit dem Schriftzug „ASC“ und einem kleinen Fisch. Du findest es auf der Verpackung oder bei uns im Onlineshop auf den Produktbildern und in der Beschreibung.

Annika

AUTOR

Annika von HONEST CATCHAnnika ist als Social Media & Content Managerin immer auf der Suche nach den neuesten Trends und viralen Momenten. Ob Sushi-Eis oder Dumpling Lasagne, guter Genuss steht dabei immer an ersten Stelle.

Zuletzt aktualisiert: 22.04.2026